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Tierschutz auf Ibiza
Vor nunmehr über 15 Jahren (1990) wurde auf der Mittelmeerinsel Ibiza der Tierschutzverein DUO Tierhilfe Ibiza von einigen wenigen, engagierten Tierschützern gegründet. Mehr als 15 Jahre harte, oft bis an die Grenzen der physischen und psychischen Belastbarkeit gehende Arbeit liegt hinter den Tierschützern. Zeit, vielleicht auch einmal ein wenig Bilanz zu ziehen.
Viele Tiere konnten in dieser Zeit gerettet werden: Verstoßene Streunerhunde, ausgesetzte Welpen, alte zur Zucht missbrauchte und weggeworfene Hunde, wie lästiger Unrat in Mülltonnen oder an Straßenrändern entsorgte Tiere. Kastrationsaktionen für Hunde und Katzen wurden und werden noch immer regelmäßig durchgeführt und helfen, die Zahl der unerwünschten Tiere nicht weiter wachsen zu lassen.
Der schönste Erfolg für die Tierschützer und großer Ansporn, ihre Arbeit weiter fortzusetzen, sind sicher die zahlreichen Rückmeldungen glücklicher neuer Hundeeltern, die einem dieser armen Geschöpfe ein neues Zuhause gegeben haben.
Dies gibt ihnen die Zuversicht, dass ihre Arbeit weiterhin wichtig und sinnvoll ist, wenn z.B. wieder einmal am frühen Morgen ein Karton mit Tieren vor dem DUO Ibiza-Büro steht, abgeschobene, ungewollte Wesen. Aber selbst die Tatsache, dass man die Tiere immer häufiger uns Tierschützern vor die Tür stellt, anstatt sie auf dem fahrenden Auto am Straßenrand zu entsorgen, ist im Gegensatz zu den Anfängen bereits ein Erfolg.
Ein herber Rückschlag für den Verein war der Verlust des angepachteten Tierheimgeländes 1999. Auf der beliebten Ferieninsel sind Grundstücke sehr begehrt und so zögerte der Eigentümer des Grundstücks nicht lange, als sich ein potenter Käufer für das Gelände fand. Der Mietvertrag wurde gekündigt und innerhalb kürzester Zeit musste das gesamte Tierheim geräumt und ca. 80 Hunde untergebracht werden. Seitdem leben zwischen 80 und 90 Hunde auf der Finca von Christiane Michel. Leider ist diese Finca auch nur angemietet und es ist abzusehen, dass der Eigentümer den Vertrag kündigt wegen Eigenbedarf. Leider blieb bisher die Suche erfolglos nach einem neuen geeigneten und vor allem auch bezahlbaren Gelände!
Glücklicherweise konnte DUO Ibiza zum damaligen Zeitpunkt bereits auf die Unterstützung einiger deutscher Tierheime hoffen, zu denen der Verein im Laufe der Jahre Kontakte aufgebaut hat. Ohne die Hilfe aus Deutschland war und ist eine Vermittlung der Vielzahl der herrenlosen Hunde nicht möglich; auf der Insel selbst sind die Vermittlungschancen trotz aller Anstrengungen noch immer zu gering, um all die Tiere unterzubringen.
Über 15 Jahre Tierschutzarbeit mit Aufklärungskampagnen, beharrlichem Vorsprechen und Verhandeln bei Kommunen und spanischen Behörden zeigen aber auch erste Erfolge. Viele kennen die schrecklichen Bilder aus den sogenannten Perreras, den Stationen der Hundefänger, die es noch überall in Spanien gibt. Dort wartet auf die eingesammelten Hunde der Tod, sofern sich nicht nach einer gewissen Frist (meist 10 - 20 Tage) ein Besitzer meldet. Auf Ibiza gibt es zwei solcher Perreras. Im Laufe der Zeit hat sich so etwas wie eine Zusammenarbeit zwischen DUO Tierhilfe Ibiza und den Hundefängern entwickelt. Der Verein wird informiert über Hunde, deren Frist abgelaufen ist und darf sie übernehmen.
Dass
es auch anders geht, und beharrliches Vorsprechen der Tierschützer
auch Bewusstsein verändern kann, zeigt die Einrichtung der
Kommune Ibiza Stadt. Dort ist eine neue Station entstanden, die
sich als Tierheim versteht und diese Bezeichnung auch zurecht trägt.
Die Hunde sind in neuen - wenn auch kleinen Zwingern - untergebracht.
Alles wirkt hell und sauber. Täglich ist der Hundefänger
mehrere Stunden vor Ort und versorgt die hier untergebrachten Tiere.
Auch startet die Kommune erste Schritte, um selbst die hier untergebrachten
Tiere an Interessenten zu vermitteln. Ein erster Schritt in die
richtige Richtung, der den Tierschützern Mut macht, ihren Weg
weiter zu gehen.
Viel Arbeit liegt noch vor DUO Tierhilfe Ibiza Denn noch reißt die Zahl der herrenlosen Hunde nicht ab. Jährlich werden ca. 600 bis 700 Hunde aufgenommen und Hunderte von streunenden Katzen kastriert und an Futterstellen versorgt. Dabei ist der Verein weiter auf Hilfe von außen angewiesen. Die Kosten für die medizinische Versorgung (Impfung, Bluttest, Kastration, Behandlung von verletzten und kranken Tieren) und das Futter sind immens, und können nur durch Spenden finanziert werden, denn der Verein erhält bei seiner Arbeit keinerlei öffentliche Unterstützung.
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